Geschichte
Baron von Münchhausen
Chronik
 

Die Geschichte

In Kriegsjahren war der Landstrich bevorzugtes Durchzugs- und Einquartierungsgebiet der unterschiedlichsten Truppen aller Kriegsparteien. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatte Herbartswind gerade noch 8 Einwohner. Das Leid der Bevölkerung wurde zum Teil unerträglich, Seuchen griffen um sich, die mittelalterlichen Hexenprozesse lebten wieder auf, Höfe wurden verwüstet und von den Bewohnern verlassen. Erst zum Ende des 19 Jahrhunderts ging die Entwicklung im ländlichen Bereich wieder etwas voran, neue Produktionsmethoden fassten trotz der miserablen Finanzlagen der Gemeinden, langsam Fuß. Die Bewohner von Bockstadt waren zum überwiegenden Teil Gutsarbeiter und Bedienstete beim jeweiligen Besitzer des Rittergutes, damit waren sie ständig abhängig. Durch die, bis in unsere Zeit anhaltende, geringe Einwohnerzahl gab es weder Schule noch Kirche in beiden Orten. Für die Bockstadter war die Schule in Harras, ebenfalls die Pfarrstelle seit über 400 Jahren. Die Herbartswinder wurden nach Rottenbach eingeschult, ebenso ging man dort zur Kirche.

Im Jahre 1888 siedelte sich Freiherr Hermann- August von Münchhausen, ein letzter Nachfahre der berühmten Münchhausen-Dynastie aus Bodenwerder, als neuer Besitzer und Herr auf Bockstadt an.

Nachdem im 17. und 18. Jahrhundert die Eigentums-verhältnisse in Bockstadt fast jährlich wechselten, nahm die Guts- und Dorfentwicklung in Bockstadt unter dem Einfluss der Familie von Münchhausen vor allem im sozialen Bereich für damalige Verhältnisse eine positive Entwicklung.

Jährliche Erntefeste und die gemeinschaftliche Dorfentwicklung erhielten neue Impulse.

Zuerst wurde das Gestüt errichtet, neben den 38 ha Weidefläche, die den Pferden viel Raum für freie Bewegung gewährte, standen eine gestütseigene Galoppierbahn und eine 30 x 60 Meter große Reitbahn für die Arbeit unter dem Reiter zur Verfügung.

Freiherr von Münchhausen züchtete die erfolgreichsten Pferde seiner Zeit. Sein Engagement für die Vollblutzucht und -sport war uneigennützig. Stets stellte er sein Handeln in den Dienst der Sache, auch als Vorstandsmitglied des 1879 gegründeten Rennvereins für Mitteldeutschland mit Sitz in Gotha.

Ende des 19.Jahrhunderts beauftragte Freiherr von Münchhausen den Architekten Behlert mit dem Bau des neuen Schlosses. So entstand nach ca. 4 jähriger Bauzeit ein großzügiges Gebäude im schottischen Landhausstil umgeben von herrlichen Parkanlagen, Alleen und Teichen.

Das aufregende Leben von Freiherr von Münchhausen, mit vielen Verdiensten um Bockstadt und die deutsche Vollblutzucht endet 1922, am 09.Januar stirbt er und wird in Bockstadt beerdigt.